magazine 806073 1920This story is part of a brochure in the making by Noor Badshah Yousafzai who himself came to Germany as a refugee. He is a journalist and contributed articles to media outlets such as e.g. the BBC Pashtu and is also an editor for The Pashtun Express. As soon as the brochure is printed, we'll publish it here on our blog. Until then, we want to share the stories with you individually, one by one. The brochure is funded by "Partnerschaften für Demokratie Treptow-Köpenick" through the programme Demokratie Leben!

Noor Twitter Handle @NBYousafzai

Translation English to German: Dr. Jamila Baluch (Lektorat und Übersetzung)

Photo: private

 

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German version of the article see below.


In this democratic 21st century, women in developing countries by large still face harassment, discrimination and even torture from men who are often family members. Europe has come to recognise the equality to women. Often this has been achieved through a long struggle by the women. Helen who is now 24, is among those unfortunate but resilient women who didn’t stop fighting for a  free life. Helen was born in conservative Eritrea in the north-east of Africa . The brave woman left her homeland for Europe to live free and independent life of her own choice. 


Helen has passed the 9th grade and speaks Tigrinya, English and can communicate in German, too. She lived a happy life with her family in her village. Helen has two sisters and a brother. “ In the village, I used to celebrate traditional and religious festivals with my sisters and friends ” Helen says as she recalls her time in Eritrea. And suddenly her eyes fill up with tears as she discusses  her memories. One day she decided to do something out of the box and that’s why Helen now lives as a refugee, thousands of kilometres away from her family, friends and the land she grew up in.  Here she is now, a satisfied Helen, in front of me, on a chair, playing with her four month old baby in a refugee camp. 


“No doubt it was the toughest journey. I  walked for four days when I started my journey from Africa to Europe, she said. After a few days she reached Ethiopia, having come through desert and mountains, and from there she went on to Sudan. “In Sudan I had to travel like a thief, hiding in a in car to avoid the police. The driver would drive fast during the day, but would never travel at night.” she discloses the rules of human trafficking. 


After a long pause, she starts talking again “Then our small caravan entered Libya. In Libya the number of people wanting to get to Europe increased and the inhabitants of many countries joined the group, she says. " In Libya we travelled for seven days in various vehicles. Drivers and other men raped women in front of my eyes, I can’t describe that terrible time” Helen sighs in despair. 


In Libya Helen spent four months in a house established by a human trafficker, who got them food twice a day. Without payment there was no way of getting out of that place, she says. She saw many women there who had been living in this place for months because they couldn't  pay. These women faced sexual and physical harassment regularly.  Helen's normally smiling face clouds over. Human traffickers don’t have hearts, this is a money game, only money!


The destination was still far away on the other shore of the sea. The next voyage was the risky one, and she could easily drown as so often happens.  After a four month stay in Libya, Helen started her journey towards Italy in a boat with 200 other people. “It was a scary journey on the water and all of us saw the race between life and death", Helen says looking terrified. "When our boat was about to sink,  a rescue boat saved us. I must say,  I breathed a sigh of relief, grinned the African refugee. With the help of the rescue boat we reached Italy and then went on to Germany."


Helen , who has such a brave heart and is undeniably ingenious,  now enjoys her freedom and can choose what she wants. She is extremely happy and appreciates the German government's attitude towards refugees. Her hope is that such liberty and love for humanity may come to her native country as well.
After spending some time here, she fell in love with a man in the camp and got her first child. The baby is tired and sleeps as Helen runs her fingers through his curly hair. “The Germans gave me the right to stay and I love the environment and fantastic facilities.” Helen is grateful to all those who have helped her.

 

Deutsche Übersetzung der Geschichte

 

"Ein Rettungsbot hat uns gerettet."  

 

Diese Geschichte ist Teil einer Broschüre im Entstehen des Journalisten Noor Badshah Yousafzai, der selbst nach Deutschland geflohen ist. Er arbeitet für verschiedene Medien, darunter BBC Pashtu und The Pashtun Express. Sobald die Broschüre gedruckt ist, veröffentlichen wir sie hier auf unserem Blog. Bis dahin teilen wir die einzelnen Geschichten als individuelle Artikel. Die Broschüre wird ermöglicht über die "Partnerschaften für Demokratie Treptow-Köpenick" über das Programm Demokratie leben!

Noors Twitter Handle @NBYousafzai

Foto: Privat

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In diesem demokratischen 21. Jahrhundert sind Frauen in Ländern des globalen Südens weiterhin vielfach Belästigung, Diskriminierung und sogar Folter ausgesetzt durch Männer, die oft Familienmitglieder sind. Europa hat die Gleichstellung der Frau anerkannt. Häufig wurde dies durch einen langen Kampf der Frauen erreicht. Helen, die jetzt 24 ist, gehört zu jenen leidgeprüften, aber standhaften Frauen, die den Kampf für ein freies Leben nicht aufgaben. Helen wurde im konservativen Eritrea geboren, im Nordosten Afrikas. Die mutige Frau verließ ihre Heimat Richtung Europa, um ein freies und unabhängiges Leben ihrer Wahl zu führen.

Helen hat die neunte Klasse abgeschlossen und spricht Tigrinya, Englisch und kann sich auch auf Deutsch verständigen. Sie lebte ein glückliches Leben mit ihrer Familie in ihrem Dorf. Helen hat zwei Schwestern und einen Bruder. „Im Dorf feierte ich traditionelle und religiöse Feste mit meinen Schwestern und Freunden“, sagt Helen, als sie sich an ihre Zeit in Eritrea erinnert. Und plötzlich füllen sich ihre Augen mit Tränen, während sie über ihre Erinnerungen spricht. Eines Tages entschloss sie sich, etwas Ungewöhnliches zu tun, und deshalb lebt Helen jetzt als Geflüchtete, Tausende von Kilometern entfernt von ihrer Familie, ihren Freunden und dem Land, in dem sie aufgewachsen ist. Nun ist sie hier, eine zufriedene Helen, vor mir auf einem Stuhl und spielt mit ihrem vier Monate alten Baby in einer Flüchtlingsunterkunft.

„Es war zweifellos eine sehr harte Reise. I ging vier Tage lang zu Fuß, als ich meine Reise von Afrika nach Europa begann“, sagt sie. Nach ein paar Tagen erreichte sie Äthiopien, nachdem sie die Wüste und die Berge überquert hatte, und von dort ging sie weiter in den Sudan. „Im Sudan musste ich wie ein Dieb reisen, mich in einem Auto verstecken, um der Polizei aus dem Weg zu gehen. Der Fahrer fuhr tagsüber schnell, doch nachts fuhr er nie,“ offenbart sie die Spielregeln des Menschenhandels.

Nach einer langen Pause beginnt sie wieder zu sprechen: „Dann erreichte unsere kleine Karawane Libyen. In Libyen nahm die Zahl der Menschen, die nach Europa wollten, zu, und die Einwohner vieler

Länder schlossen sich unserer Gruppe an,“ sagt sie. „In Libyen reisten wir sieben Tage lang in verschiedenen Fahrzeugen. Die Fahrer und andere Männer vergewaltigten Frauen vor meinen Augen. Ich kann diese schreckliche Zeit nicht beschreiben“, seufzt Helen verzweifelt.

Das Ziel war noch weit entfernt, auf der anderen Seite des Meeres. Die nächste Reise war die riskanteste, und sie hätte leicht ertrinken können, wie es so oft passiert. Nach einem viermonatigen Aufenthalt in Libyen begann Helens Reise in Richtung Italien auf einem Boot mit 200 anderen Menschen. „Es war eine beängstigende Reise auf dem Wasser, und wir alle sahen uns in einem Rennen zwischen Leben und Tod“, erzählt Helen mit schreckerfülltem Blick. „Als unser Boot kurz davor war zu sinken, hat uns ein Rettungsboot gerettet. Ich muss sagen, dass ich erleichtert aufatmete“, strahlt die afrikanische Geflüchtete. Mit Hilfe des Rettungsbootes erreichten wir Italien, und von dort ging es weiter nach Deutschland.“

Helen, die ein mutiges Herz besitzt und zweifellos einfallsreich ist, genießt nun ihre Freiheit und kann selbst entscheiden, was sie möchte. Sie ist überaus glücklich und schätzt die Haltung der deutschen Regierung gegenüber Geflüchteten. Sie hofft, dass diese Freiheit und Liebe gegenüber der Menschheit auch ihr Heimatland erreichen werden.

Nachdem sie einige Zeit hier verbracht hatte, verliebte sie sich in einen Mann in der Flüchtlingsunterkunft und bekam ihr erstes Kind. Das Baby ist müde und schläft, während Helen mit ihren Fingern durch sein lockiges Haar fährt. „Die Deutschen haben mir das Recht gegeben zu bleiben, und ich liebe die Umgebung und die fantastische Infrastruktur.“ Helen ist allen dankbar, die ihr geholfen haben.

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