Ohne den Wohnberechtigungsschein (WBS) hat mensch in Berlin kaum eine Chance, günstige Wohnungen in Berlin zu finden. Das gilt natürlich auch und gerade für Geflüchtete. Anerkannte Flüchtlinge nach der Genfer Konvention und subsidiär Schutzbedürftige haben grundsätzlich einen Anspruch auf einen WBS, sofern ihre Bleibeperspektive bei Antragstellung noch mindestens 11 Monate beträgt. Soweit, so gut. In der Praxis sieht es momentan etwas anders aus, wie Berlin Hilft berichtet:

"Einzelne Bezirke verweigern rechtswidrig die schnelle Ausstellung eines Wohnberechtigungsscheines (WBS) an anerkannte Geflüchtete. Zuständige Senatsverwaltungen, Senatskanzlei und Ausländerbehörde haben klare Position, die manche Bezirke schlicht ignorieren."

Wie kann das sein? Ganz geklärt seien die Gründe noch nicht. In der Realität sorgt die Ausstellung der Aufenthaltstitel für Probleme, denn diese braucht Zeit. Wenn jemand eine Aufenthaltserlaubnis bekommt, sind die bürokratischen Hürden nicht überwunden. Oft dauert es sehr lange, bis das Ausweisdokument den Weg in die eigenen Händen findet. Das liegt an der Kapazität des BAMF, die durch die hohe Zahl Geflüchteter an ihre Grenzen gestoßen ist. Um die Wartezeit zu überbrücken und die Beantragung wichtiger Dokumente zu ermöglichen, einigte man sich auf eine Notlösung: Die Ausländerbehörde stellt ein Schreiben aus, das die Aufenthaltserlaubnis noch einmal bestätigt. Dieses Schreiben ist 15 Monate gültig. Die Senatsverwaltung hat die Gültigkeit des Dokuments für die Ausstellung des WBS anerkannt. Also doch alles gut? Leider nein - vier Bezirke stellen auch auf dieser Grundlage keinen WBS aus.

Was kann ich machen? Am wichtigsten ist es, sich einen Ablehnungsbescheid schriftlich geben zu lassen, um gegen diesen vorzugehen. Ein Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht hat sehr gute Chancen. InteraXion unterstützt euch gerne dabei und stellt die Kontakte zu den entsprechenden Anlaufstellen her.

 

 

 



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