Rolf Zimmermann, ein sehr engagierter Ehrenamtlicher, der eine große Familie mit Fluchterfahrung bei der Wohnungssuche unterstützt, zieht Bilanz. Diese möchten wir gerne mit Euch/ Ihnen teilen, da das Beispiel stellvertretend steht für so viele Familien, denen wir in der Beratung begegnen und die oft über Jahre auf dem Wohnungsmarkt trotz enormer Anstrengungen kein eigenes Zuhause finden. Natürlich gibt es immer wieder auch positive Beispiele, aber bei Haushalten mit über fünf Personen sind diese rar gesät. Das muss sich ändern - nicht zuletzt für die Kinder, die dadurch in unzumutbaren Verhältnissen aufwachsen. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Vermietungen bedanken, die auch großen Familien eine Chance geben! Insbesondere bei den landeseigenen Vermietungen, die im vergangenen Jahr ihre Quote mit über 30% quotierter Wohnungen deutlich übertroffen haben. Sie überlegen, an eine geflüchtete Familie zu vermieten? Vielleicht beantworten unsere FAQs ein paar letzte Fragen, die Sie noch haben: http://interaxion-tk.de/images/FAQs_Vermietung_20181213.pdf

Wenn Sie Rolf Zimmermann und seine Frau noch einmal "persönlicher kennenlernen" möchten: Das STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum hat ein tolles Portrait über die beiden veröffentlicht: https://bit.ly/2LVONy1

__________________________________

pavel nekoranec 718811 unsplash"Seit einem knappen Jahr versuche ich einer gut integrierten geflüchteten Familien mit 6 Personen bei der Suche einer Mietwohnung in Berlin behilflich zu sein. Bisher haben wir die Hoffnung noch nicht aufgegeben auf legalem Weg Erfolg zu haben und die Familie aus der prekäre Unterkunftssituation herausholen zu können. Besonders den Kindern aus diesen Familien sollte ein solches ehrenamtliches Engagement Nutzen bringen.Von Seiten der Verwaltungen ist - außer der Alimentierung des Status quo und der Ausfertigung von Wohnberechtigungsscheinen - keine Hilfe in dieser Angelegenheit zu erwarten. So kristallisierte sich im Laufe der Zeit für uns die Frage heraus: Von wem und in welchen Zeiträumen ist überhaupt eine Lösung zu erwarten?

Dass sich private Vermieter und Gesellschaften nicht für zuständig halten, überrascht nicht. Nun sind wir aber lange genug auf dem Berliner Wohnungsmarkt unterwegs, um aus eigenem Erleben folgende Schlüsse zu können: Auch die landeseigenen Gesellschaften tragen indirekt zu dem System bei, indem sie großen Familien nur Wohnungen mindestens vier, oft sogar nur fünf Zimmern anbieten. Damit grenzen de facto Bedarfsgemeinschaften mit großer Personenzahl im Transferleistungsbezug aus. Denn diese Wohnungen sind sehr teuer. Betroffen sind häufig Familien mit Fluchterfahrung. Einzelne Vorzeigeprojekte können dies leider nicht wirklich entkräften.

Wie Andrej Holm bereits in Ihrer sehr fundierten Studie vom Mai 2016 herausgearbeitet hat

- Die Verfügbarkeit preislich angemessener Wohnungsangebote verringert sich weiterhin dramatisch.
- Die stetig wachsende Versorgungslücke geht zu Lasten der ohnehin sozial Benachteiligten.
- Die Gentrifizierung schreitet fort. Hartz-IV-freie Zonen breiten sich aus.

 

Wie sähen wohl die Grafiken der Studie aus, wenn diese bis 2018 fortgeschrieben würde? Wie sähe die Prognose aus?

Ich möchte knapp zusammenfassen:

Eine wachsende Zahl von Betroffenen konkurriert um ein stetig schrumpfendes Angebot. Was ist zu tun?

  • Langfristig: Das Angebot erhöhen oder wenigstens stabilisieren.
  • Kurz- und mittelfristig: Für Verteilungsgerechtigkeit sorgen, Transparenz herstellen, um so die Konkurrenz zu entschärfen und die bestehende Diskriminierung einzudämmen.

Dabei geht es um eine zielgenauere Behandlung des WBS bei der Vergabe von gefördertem Wohnraum im allgemeinen.

Mit den besten wünschen für ein erfolgreiches Jahr 2019

Rolf Zimmermann, Ehrenamtler

(Mitglied der Sonderkommission "Wohnungsbegleitung von Flüchtlingen" beim Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin)"

 

Foto: Pavel Nekoranec on Unsplash

Dokumente und Downloads

Zusätzliche Informationen und Handreichungen finden sich hier.

Kontakt

Projekt Interaxion

Telefon: 01577 3151 386
E-Mail: interaxion@offensiv91.de

Postadresse

offensiv'91 e.V.
Projekt InteraXion
Hasselwerderstr. 38-40
12439 Berlin

Sprechzeiten

Dienstag (Persisch): 14 bis 16 Uhr

Donnerstag (Arabisch): 14 bis 16 Uhr

Freitag (Englisch, Französisch, Portugiesisch): 14 bis 16 Uhr

Gemeinsames Suchen nach Wohnungen

immer mittwochs auf dem Campus Kiezspindel in der Rudower Str. 37, 12557 Berlin von 14 bis 17 Uhr

Besuchsadresse

Villa offensiv
Hasselwerder Str. 38-40
12439 Berlin
Beratungsraum im Erdgeschoss (ausgeschildert)

Go to top
Template by JoomlaShine
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok